Leipziger*innen solidarisch mit Belarus
gegen Polizeiwillkür und staatliche Repression

Der 9. Oktober ist in Leipzig der Erinnerung an den „Tag der Entscheidung“ der Friedlichen Revolution gewidmet. Der Sturz der SED-Diktatur war nicht mehr aufzuhalten. In Leipzig stand den etwa hunderttausend friedlich Demonstrierenden eine bis auf die Zähne bewaffnete Staatsgewalt aus Polizei, Kampfgruppen, Geheimdienst und Armee gegenüber. Bilder, die in erschreckender Weise denen ähneln, die uns heute aus Belarus erreichen.

Seit genau zwei Monaten widerstehen die Menschen in Belarus tagtäglich der Polizeigewalt und der staatlichen Repression in ihrem Land und einem Staat, der alles daran setzt, sein Volk auf unmissverständliche Weise zu indoktrinieren und jede freie Meinungsäußerung zu unterdrücken. Wir, die Demonstrant*innen des Herbstes 1989 und all unsere Verbündeten, rufen deshalb dazu auf, ihnen ein Bild der Ermutigung aus Leipzig zu senden:

Die Stiftung Friedliche Revolution ruft auf, sich symbolisch an die Seite dieser Demonstrierenden in ganz Belarus zu stellen. Sie kämpfen mit beeindruckend friedlichen Mitteln für ein freies Land, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Ähnliche Losungen wie die, die uns 1989 auf dem Leipziger Ring begleiteten, sind heute die wichtigsten Forderungen der belarussischen Menschen für ihr Land!

Im Nachklang des 9. Oktober und zur Erinnerung an die Friedliche Revolution 1989 in Ostdeutschland versammeln wir uns und bringen die Solidarität mit den Frauen und allen in Belarus Demonstrierenden „für ein offenes Belarus mit freien Menschen“ auf die Leipziger Straßen. Sie brauchen dieses internationale Zeichen unserer Verbundenheit und unserer Solidarität!

REVOLUTIONALE ist das Festival für Veränderung, das die Stiftung Friedliche Revolution vom 5. bis 9. Oktober 2019 in Leipzig organisiert und durchgeführt hat. Ein paar tausend Menschen hatten daran teil, als Mitwirkende, aktive Gäste oder als Zuhörer*innen.

Am Internationalen Runden Tisch im Gewandhaus entwickelten Delegierte von NGOs aus 23 Ländern in mehrtägigen Diskussionen Statements und Strategien. Grundlegende Werte der Demokratie, der menschengemachte – uns alle bedrohende – Klimawandel, die Gefährdung der Presse-und Medienfreiheit sowie der weltweit um sich greifende Nationalismus waren hier Tagesthemen.

Im Revolutionale-Büro und in den Schaufenstern des ehemaligen Karstadt-Gebäudes beschäftigten sich Bürger*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen, Politiker*innen mit den aktuellen Themen unserer Zeit.

Es ging um die Aufforderung zur aktiven Mitgestaltung und Verantwortung jedes Einzelnen. Konkrete Fragen zur Selbstreflexion unserer Ängste und Hoffnungen erhielten konkrete Antworten im öffentlichen Raum an den Schaufenstern (die wir momentan auswerten und veröffentlichen). Die Beteiligung der Menschen war über Tage ungebrochen intensiv. Viele Menschen wurden spontan zu Aktiven der Revolutionale.

Aussagekräftige, symbolstarke und feinsinnige künstlerische Beiträge gaben der Revolutionale die besondere Kraft. Die Kunst berührte und forderte uns auf einer Metaebene. Menschen und Inititiativgruppen, die sich bis dahin nicht gekannt hatten, kamen hier ins Gespräch miteinander. In den Aktionsformaten ging es um Austausch und Vernetzung für eine bessere Zukunft.

Wir haben die Revolutionale auf diesen Seiten dokumentiert, in Bildern, Videos und einem sehr breiten Medienecho. Du konntest nicht dabei sein? Schade. Aber 2021 wird es wieder eine Revolutionale geben. Wieder in Leipzig. Und wir werden sehen, wie sich unsere Themen bis dahin weiterentwickelt haben oder welche neuen Themen hinzukommen. Inzwischen freuen wir uns über Anregungen und Kritik.

TV-Beitrag im MDR Sachsenspiegel vom 16.09.2019, 19:00 Uhr

Internationaler Runder Tisch

Am Internationalen Runden Tisch im Gewandhaus diskutieren am 7. und 8. Oktober – jeweils zwischen 10 und 17 Uhr – Vertreter*innen von NGOs (nichtstaatlichen Bürgerrechtsorganisationen) aus 25 Ländern über zehn zentrale Themen. Dazu gehören explizit auch die Vertreter*innen von Jugendparlamenten und Jugendbewegungen aus Europa. Es werden Erfahrungen ausgetauscht und konstruktive Handlungsvorschläge für die Arbeit in den nächsten Jahren erarbeitet. Jeweils 17 Uhr findet eine öffentlich Pressekonferenz im Gewandhaus statt. Am 9. Oktober um 14 Uhr werden die Ergebnisse der Diskussionen im REVOLUTIONALE-Büro im ehemaligen Karstadt-Gebäude öffentlich präsentiert.

Kunst + Interaktion

Parallel zu den Runden Tischen finden vom 5. bis 9. Oktober ganztags in den Schaufenstern des ehemaligen Karstadt-Gebäudes in der Petersstraße, Preußergässchen, Neumarkt und im REVOLUTIONALE-Büro neben dem ehemaligen Haupteingang interaktive Kunst-Aktionen und Performances statt. Hier werden unter anderem Themen der Runden Tische vertieft und erweitert.

Revolutionale-Büro

Das REVOLUTIONALE-Büro liegt direkt neben den Schaufenstern an der Petersstraße. Hier sind ab dem 16. September täglich zwischen 10 und 17 Uhr Vertreter*innen des REVOLUTIONALE-Teams ansprechbar.

Während der REVOLUTIONALE dient das Büro der Erweiterung der Aktionen in den Schaufenstern. Zum Beispiel kann man hier die Hörspiele und Videos, die in den Schaufenstern vorgestellt werden, in voller Länge hören bzw. sehen oder mit den Künstler*innen und anderen Interessierten ins Gespräch kommen.

Abends im Frei_Raum

Ab 19 Uhr werden jeden Abend auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und im dort installierten Frei_Raum-Pavillon die Themen des Internationalen Runden Tischs weiterdiskutiert, was wiederum Einfluss auf die Diskussions-Prozesse am Runden Tisch haben wird. Außerdem kann hier die gewollteVernetzung der Aktiven in Leipzig und darüber hinaus stattfinden. DJs legen gute Musik auf und es gibt auch was zu trinken.

REVOLUTIONALE Festival-Büro

Eingang in der Petersstraße, Höhe Nr. 39 – 41
Neumarkt 30 . 04109 Leipzig

 

Internationaler Runder Tisch

Gewandhaus zu Leipzig

 

Frei_Raum

Wilhelm-Leuschner-Platz
ab 19 Uhr, jeden Abend der Revolutionale

 

Stiftung Friedliche Revolution

Die Stiftung wurde vor zehn Jahren von engagierten Bürger*innen aus Ost und West, aus Kirche und Friedensbewegung gegründet. Seither mischt sie sich ein und stiftet andere dazu an, ebenfalls aktiv auf die Lebensverhältnisse im wiedervereinten Deutschland Einfluss zu nehmen. Kernpunkte ihrer Arbeit sind Gewaltfreiheit, der Austausch mit demokratischen Bürgerrechtsbewegungen in Ost und West, Pluralismus und die Anerkennung von Verschiedenheit sowie das Ringen um eine menschenfreundliche Wirtschaft.

Wir danken folgenden Institutionen für die Förderung unserer Arbeit:

Im Rahmen der REVOLUTIONALE 2019 werden zwei Projekte veranstaltet, die von verschiedenen Förderern begünstigt wurden. Für das Projekt „Internationale Runde Tische“ sowie für das Projekt „Festival für Veränderung“ möchten wir den folgenden Geldgebern für ihre Zuwendungen und Kooperationen unseren Dank aussprechen.

REVOLUTIONALE 2019 – Internationale Runde Tische wurde gefördert durch:

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Darüber hinaus in Kooperation mit:

Freistaat Sachsen

Volkshochschule Leipzig

Und gesponsert durch: 

Leipziger Gruppe

REVOLUTIONALE 2019 – Festival für Veränderung wurde gefördert durch:

Bundeszentrale für politische Bildung

Kulturamt Stadt Leipzig

Sowie gesponsert durch:
Leipziger Gruppe

Mit freundlicher Unterstützung von:

Kontakt

FESTIVAL-ZENTRUM
Festival-Buero REVOLUTIONALE
Eingang in der Petersstraße,
Höhe Nr. 39 – 41
Neumarkt 30
04109 Leipzig

Kontakt:
Ute Puder
Tel. +49 (0) 173-58 85 956
communication@revolutionale.de

REVOLUTIONALE
Stiftung Friedliche Revolution
Nikolaikirchhof 3
04109 Leipzig